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«KI kann nie die Biografie eines Schriftstellers kopieren»

  • 14. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

7000 verkaufte Bücher in nur fünf Tagen und bereits der zehnte Spitzenplatz auf der Bestsellerliste: Philipp Gurt gehört zu den erfolgreichsten Schweizer Autoren der Gegenwart. Warum ihn dieser Erfolg noch immer überrascht, weshalb das Engadin ihn nicht loslässt und warum KI seinem Beruf wenig anhaben kann, erzählt er im Interview.

Zum zehnten Mal bist du mit deinem neuen Buch auf Platz 1 der Bestsellerliste gelandet. Wie hast du das gefeiert?

Mit einer schönen Erdbeertorte vom Verlag und da im Buchhaus Lüthy, danach zuhause. Ich habe drei Stück gegessen, das hat genügt ;-) 

 

Welches Mal war schöner, das erste oder das zehnte Mal?

Das erste Mal war ich sehr überrascht, habe gar nie damit gerechnet. Daher war es mehr ein Erstaunen als Freude. Beim zehnten Mal war Dankbarkeit das grössere Wort als Freude. Aber noch immer bin ich erstaunt, dass meine Bücher einen so unglaublichen Erfolg haben. Ich sehe es auch heute nicht als selbstverständlich an.

 

Wie viele Exemplare muss man plus minus absetzen, um auf der Liste zu landen?

Das weiss ich nicht genau. Ich weiss nur, dass wir in diesem Fall in den ersten fünf Verkaufstagen knapp 7000 verkauft haben, da mir das mein Verleger so nebenbei mitgeteilt hat.

 

Bei dir purzeln die Rekorde. Was motiviert dich immer weiterzuschreiben?

Das Schreiben an sich. Es ist das schönste und stärkste Gefühl allen im allen gesehen, was ein Buchprojekt anbelangt. Und es ist auch das Beste, das ich kann.

 

Häufig thematisierst du in letzter Zeit das Engadin. Ist Chur und Region inzwischen auserzählt?

Nein. Aber ich bediene ja drei Reihen. Schwerpunkt Engadin bezieht sich nur auf die Fälle von Corina Costa. Der letzte Fall von Giulia de Medici (erschien im Februar) handelt in Chur und die vom Landjäger ja ebenfalls.

 

Warum begeistert dich das Engadin so?

Es begeistert mich wie ganz Graubünden – ist einfach schön dort und ich bin ja auch teilweise ein Engadiner. Somit also meine Heimat. Meine Grossmutter stammt aus La Punt.

 

Inzwischen mischt KI massiv den Buchmarkt auf. Mit wie viel Sorge um dein Handwerk beobachtest du die Entwicklung?

KI wird sicher noch mehr Ramschbücher auf den Markt bringen, bis ein Label Pflicht wird. Aber ich bin mir sicher - KI kann nie die Biografie eines Schriftstellers kopieren, die am Ende das Kapital auch für mein Schaffen bildet. Nur so findet die Seele in ein Buch.

 

Inzwischen liest du auch öfters. Wann hast du die Freude daran entdeckt?

Offen gesagt, ich freue mich mehr die Leser zu treffen. Lesen tue ich direkt ja gar nicht. Veranstaltungen habe ich im Verhältnis zu den vielen Anfragen aber nur wenige. Das Meiste lehne ich noch immer ab.

 

Wie wichtig ist da Nik Schmid dabei zu haben?

Er ist der beste Vorleser, den man haben kann. Die Gäste sind jeweils zurecht begeistert.

 

Bald erscheint dein erster Thriller. Warum der Genrewechsel?

Ich komme ja ursprünglich von diesem Genre. Ein Verlag hat nicht locker gelassen, wollte so ein Buch von mir und ja, ich habe es sehr gerne geschrieben. Mal schauen ob es auch den Weg in die Bestsellerliste findet.


 
 
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