«Graubünden schreibt»-Nachwuchspreis geht an Walser und Catschegn
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Im August vergangenen Jahres schrieb die Literaturinitiative «Graubünden schreibt» einen Schreibwettbewerb zum Thema «Mut» aus. Die über 40 eingereichten Geschichten zeigen die Freude am literarischen Schreiben in Graubünden. Nun hat die Jury entschieden, welche jungen Autorinnen und Autoren den Nachwuchspreis erhalten und damit eine Veröffentlichung im Buch «Graubünden schreibt – Das Novellenbuch» gewinnen.
Teilnehmende bis 25 Jahre konnten ihre Texte bis Ende März einreichen. Anschliessend beurteilte eine Jury mit den Bündner Autorinnen und Autoren Gianna Olinda Cadonau, Martina Caluori, Köbi Gantenbein und Vincenzo Todisco die Beiträge.
Erzählen als Ausdruck von Mut «Alle Texte, insbesondere die prämierten, überzeugen durch Originalität, sprachliche Qualität und Vielfalt», sagt Vincenzo Todisco. Die eingereichten Geschichten zeigten, wie lebendig das literarische Schaffen im Kanton sei. Auch Martina Caluori hebt die Vielfalt der Stimmen hervor: «Vom Erstklässler bis zu jungen Erwachsenen brachten die Schreibenden ihre eigenen Perspektiven und ihren eigenen Mut ein.» Literatur entstehe dort, wo Menschen ihrer Stimme vertrauen und diese mit anderen teilen. Gianna Olinda Cadonau zeigte sich beeindruckt von der Fantasie der Teilnehmenden. Die Geschichten handelten von grossen und kleinen Abenteuern, von Aufbruch und Ankommen sowie von Mut in unterschiedlichsten Formen. Besonders erfreulich sei die hohe Beteiligung sehr junger Schreibender gewesen.
Walser und Catschegn ausgezeichnet Die Jury entschied, den mit 500 Franken dotierten Nachwuchspreis zweimal zu vergeben, einmal an ein Primarschulkind und einmal an eine Jugendliche. Ausgezeichnet wird der zehnjährige Simon Walser für seine Geschichte «Der Fluch der Toten». «Mit dem Satz ‹Es ist siebzehn Uhr› eröffnet er einen spannenden kleinen Krimi, den er zudem selbst illustriert hat», sagt Köbi Gantenbein. Besonders beeindruckt habe die Jury die Erzählfreude, Fantasie und der Mut, den Text öffentlich zu machen. Den zweiten Nachwuchspreis erhält Lara Catschegn aus Paspels für ihren romanischen Text «Cuora, cuora, cuora tochen che tias combas cedan». Für Martina Caluori war es «der stärkste und zugleich leiseste Text» des Wettbewerbs. Gianna Olinda Cadonau beschreibt die Geschichte als eindrückliches Porträt einer jungen Frau auf der Flucht vor ihrer eigenen Realität. Panikattacken und innere Ängste spiegelten sich in bedrohlichen Begegnungen und existenziellen Herausforderungen. Das Thema Mut werde subtil, aber eindringlich verhandelt. Die knappe Sprache und die präzisen Bilder zeugten von einer eigenständigen literarischen Stimme.
Buchvernissage in Schiers Der Wettbewerb habe eindrücklich gezeigt, wie lebendig das junge Schreiben in Graubünden sei, bilanziert Martina Caluori. Neben den beiden prämierten Nachwuchstexten enthält das Buch weitere Beiträge neuer, wie beispielsweise Olga Prevost, Michael Lötscher oder Yvonne Michel Conrad sowie etablierter Bündner Autorinnen und Autoren wie Jörg Rutz, Gabrielle Götz oder Monika Hürlimann. Vorgestellt wird «Graubünden schreibt – Das Novellenbuch» am 31. Oktober im Rahmen der «Prättigauer Buchtage» im Alpina Schiers. Dort werden auch die Nachwuchspreise offiziell verliehen und die Siegertexte präsentiert. Das Buch ist der dritte Band der Reihe «Graubünden schreibt». Mit ihm pausiert die Literaturintiative von Christian Imhof für ein Jahr.



