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«Die thematische Klammer war Mut und Neuanfang»

  • 6. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Die Malanser Autorin Gabrielle Götz legt nach: Nachdem sie im Herbst 2024 ihr erstes Buch «Kein Leben lang» veröffentlicht hat, erscheint am 22. Mai 2026 ihr zweiter Erzählband. Das neue Werk trägt den Titel «Plötzlich war da Weite» und versammelt neun Geschichten über Mut, Hoffnung und persönliche Aufbrüche.

Bereits im Porträt zu «Graubünden Schreibt» erwähnte Gabrielle Götz, dass Leserinnen und Leser nicht lange auf ein weiteres Buch von ihr warten müssten. Diese Einschätzung hat sich bestätigt. Unter der ISBN 978-3-907178-29-4 erscheint nun ein Band, der sich mit Neuanfängen, innerem Wachstum und der Suche nach Lebendigkeit auseinandersetzt – mal ernsthaft, mal leichtfüssig und teilweise in parabelhafter Form erzählt.

Wie bereits in ihrem ersten Erzählband «Kein Leben lang» setzt Gabrielle Götz auch diesmal auf einen klaren und flüssigen Schreibstil. Die Geschichten wirken abwechslungsreich, originell und authentisch – nicht zuletzt deshalb, weil sich die Autorin teilweise von biografischen Lebensgeschichten inspirieren lässt. Erneut habe sie sich für einen Erzählband entschieden, weil sie mehrere Geschichten gleichzeitig im Kopf gehabt habe. «Zum Teil waren sie bereits fertig oder begonnen. ‘Im Knoten’ wurde kein Roman – so ergab sich fast automatisch, dass es wieder ein Erzählband wurde.»

Dass Kurzgeschichten derzeit wieder vermehrt gefragt seien, habe bei der Wahl der Publikationsform keine entscheidende Rolle gespielt. «Es ist aber schön, wenn kurze, intensive Texte wieder stärker gelesen werden.» Nicht alle Erzählungen, die noch «in der Schublade» liegen, hätten zum Thema «Weite» gepasst, sagt Götz. «Die thematische Klammer war Mut und Neuanfang. Alle Kurzgeschichten tragen diesen roten Faden in sich.»

Wenn aus einem Roman eine Novelle wird

Eine der Geschichten widmet sich der historischen Persönlichkeit Marthe Robert (1888–1973), die bereits mit sechzehn Jahren den Neuenburgersee durchschwamm. Gabrielle Götz verbindet dabei historische Recherche mit literarischer Fiktion. «Ich hatte bei der Recherche den Eindruck, dass Marthe erst spät den Mut fand, zu ihren Gefühlen zu stehen», erklärt die Autorin. Diese Gedanken seien bewusst in die Erzählung eingeflossen.

Auch persönliche Beziehungen und innere Entwicklungen stehen im Zentrum des neuen Buches. So erzählt die längste Geschichte des Bandes von Mia, die erkennt, dass das Gehen Freiheit und Selbstfindung ermöglichen kann. Die über fünfzig Seiten umfassende Erzählung greift eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung auf – ein Stoff, an dem Götz bereits seit längerer Zeit gearbeitet hatte. Aus der ursprünglich geplanten Romanidee entstand schliesslich eine Novelle innerhalb des Erzählbands.

Der Roman reizt weiterhin

Besonders berührt ist Gabrielle Götz von einer der neun Geschichten ihres neuen Buches. «Am berührendsten ist für mich ‘Im Knoten’. Die Geschichte rührt zu Tränen.»

Und doch: Als reine Kurzgeschichtenautorin möchte sie nicht in Erinnerung bleiben. Ein «richtiger» Roman reize sie weiterhin. «Das nächste Buch wird ein Roman. Ich beginne gerade damit, in ein Manuskript mit einer Nachkriegsgeschichte eine aktuelle Ebene einzuarbeiten, die zeigt, dass Probleme damals wie heute ähnlich sein können.»

Die Vernissage von «Plötzlich war da Weite» findet am Mittwoch, 3. Juni 2026, um 19.30 Uhr im Buchhaus Lüthy in Chur statt. Text/Foto: Christian Imhof




 
 
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