Marta und Ramun: Eine Freundschaft, die Berge verbindet

Ein kleines Murmeltier, ein hilfsbereiter Fuchs und eine Reise voller Überraschungen: Mit ihrem zweisprachigen Bilderbuch «Marta und ihre aufregende Reise ins Tal» hat die Visuelle Gestalterin und Autorin Sarah Fehr eine Geschichte über Mut, Freundschaft und Heimatverbundenheit geschaffen. Gleichzeitig ist das Buch eine Liebeserklärung an die Bündner Bergwelt und die rätoromanische Sprache. Bis das Herzensprojekt seinen Weg in den Druck fand, waren allerdings einige Herausforderungen zu meistern.
Hoch oben im Val Giuv in der Surselva lebt Marta, ein aufgewecktes Murmeltier-Mädchen. Eigentlich könnte ihr Leben inmitten der Bündner Berge kaum schöner sein. Doch Marta hat genug vom Rummel in den Bergen. Sie beschliesst, ihre vertraute Umgebung zu verlassen und sich im Tal eine gemütliche Höhle zu suchen, in der sie den Winter verschlafen kann.
Dass sie auf ihrer Reise weit mehr als einen geeigneten Schlafplatz finden wird, ahnt sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Im Tal begegnet sie Ramun, einem Fuchs, der ihr seine Hilfe anbietet. Die beiden verstehen sich auf Anhieb, spielen miteinander, balgen herum und erzählen sich Geschichten. Aus der zufälligen Begegnung entwickelt sich eine besondere Freundschaft.
Als Marta im Frühling noch ganz verschlafen aus ihrer Höhle krabbelt und einen Abhang hinunter auf eine Strasse purzelt, wird es gefährlich. Zum Glück ist Ramun zur Stelle und rettet seine Freundin aus ihrer misslichen Lage.
Für Sarah Fehr ist Marta eine mutige kleine Persönlichkeit. «Marta ist ein wiffes Murmeltier-Mädchen, das sich mutig auf den Weg macht», beschreibt die Autorin ihre Hauptfigur. Mut braucht Marta vor allem, weil sie ihre Familie und ihre Freunde in den Bergen zurücklässt und sich auf etwas völlig Unbekanntes einlässt.
Von der Sehnsucht nach der Heimat
Hinter der abenteuerlichen Tiergeschichte stehen Themen, die auch junge Leserinnen und Leser beschäftigen. Es geht darum, Neues zu wagen, Vertrauen zu fassen und Freundschaften zu schliessen. Gleichzeitig erzählt das Buch von der Verbundenheit mit der eigenen Heimat.
Während ihrer Reise merkt Marta, wie sehr sie die Berge und ihre Familie vermisst. Sie entdeckt aber auch, dass unbekannte Orte spannende Erlebnisse und wertvolle Begegnungen bereithalten. Ramun wird dabei zu einem wichtigen Begleiter. Seine Hilfsbereitschaft und die gemeinsam verbrachte Zeit lassen zwischen den beiden Tieren Vertrauen entstehen.
Besonders gerne würde Sarah Fehr selbst mit Marta Verstecken spielen und das Tal erkunden. Und sie hätte eine Botschaft für die kleine Abenteurerin: «Marta, du bist ganz schön mutig!» Auch die Freundschaft mit Ramun liegt ihr am Herzen. Für die Autorin zeigt sie, wie aus einer unverhofften Begegnung eine enge Verbindung entstehen kann.
Eine Liebeserklärung an die Surselva
Die Idee zu «Marta» ist eng mit Sarah Fehrs langjähriger Verbundenheit mit der Surselva verknüpft. Die Bündner Bergwelt ist deshalb weit mehr als eine malerische Kulisse. Ihre Landschaften, Tiere und Pflanzen prägen die Geschichte und geben ihr einen unverwechselbaren Charakter.
Schneebedeckte Gipfel, grüne Wiesen, Blumen, Bäume und eindrückliche Berglandschaften begleiten Marta auf ihrem Weg. Besonders angetan ist Sarah Fehr von einer Illustration, auf der Marta mit ihrem Bündeli über den Schultern der Sonne entgegenläuft. Berge, Hügel, ein Adler, Wegweiser und Steine sind darauf zu entdecken. Das Bild strahlt für sie Wärme und Hoffnung aus.
Auch die geografische Verbindung spielt eine Rolle. In der Region des Lai da Tuma, wo der Rhein seinen Ursprung hat, liegt ein wichtiger Bezugspunkt für die Entstehungsgeschichte des Buches. Der Fluss verbindet auf seinem Weg unterschiedliche Regionen, Kantone und Länder. Für Sarah Fehr steht er sinnbildlich auch für die Verbindung zwischen Menschen, Kulturen und Sprachen.
Zwei Sprachen, eine Geschichte
Eine Besonderheit des Bilderbuches ist seine Zweisprachigkeit. «Marta – und ihre aufregende Reise ins Tal» erscheint sowohl auf Deutsch als auch auf Rätoromanisch in der sursilvanischen Sprachvariante. Der rätoromanische Titel lautet «Marta – e siu viadi marviglius giu ella val».
Damit möchte Sarah Fehr Kindern nicht nur eine spannende Geschichte erzählen, sondern ihnen auch einen spielerischen Zugang zur rätoromanischen Sprache ermöglichen. Einzelne Begriffe lassen sich unmittelbar mit den Erlebnissen der Tiere verbinden. So bedeutet «Schuls» Pfeifen und «Adatg» Achtung.
Für die Übersetzung war Tarcisi Hendry vom Forum Cultural Tujetsch in Zusammenarbeit mit der Lia Rumantscha verantwortlich. Das Buch richtet sich damit an deutschsprachige ebenso wie an rätoromanischsprachige Familien und trägt dazu bei, die sprachliche Vielfalt Graubündens sichtbar zu machen.
Von der ersten Idee zum fertigen Buch
Bis aus der Idee ein gedrucktes Bilderbuch wurde, war es ein langer Weg. Sarah Fehr übernahm als Autorin und Visuelle Gestalterin die Entwicklung des Projektes. Für die Illustrationen gewann sie Sarah von Rickenbach aus Schwyz. Gemeinsam gestalteten die beiden Sarahs die Bildwelt und das gesamte Erscheinungsbild des Buches.
Dabei galt es zahlreiche gestalterische und organisatorische Entscheidungen zu treffen. Die Finanzierung musste gesichert, ein Verlag gesucht und die passende Umsetzung gefunden werden. Auch die Auswahl der Schrift, die Gestaltung des Layouts, die Papierwahl und die Probedrucke gehörten zu den wichtigen Arbeitsschritten.
Besonderes Augenmerk lag auf der hochwertigen Herstellung. Gedruckt wurde das Bilderbuch auf Lessebo Rough, einem Naturpapier mit charakteristischer Oberfläche. Ein zusätzlicher Relieflack auf der Vorderseite verleiht dem Buch eine besondere haptische Wirkung. So soll die Geschichte nicht nur beim Betrachten und Lesen, sondern auch beim Anfassen Freude bereiten.
Möglich wurde die Realisierung dank der Unterstützung privater Stiftungen, zahlreicher Gönnerinnen und Gönner, Gemeinden aus der Surselva, verschiedener Institutionen sowie der Kulturförderung des Kantons Graubünden durch SWISSLOS.
Ein Stück Bündner Kultur zum Entdecken
Mit dem fertigen Bilderbuch hat Sarah Fehr ihr Herzensprojekt verwirklicht. Entstanden ist eine Geschichte für Kinder ab vier Jahren, die gerne Tiere mögen, Abenteuer erleben und die Natur entdecken. Gleichzeitig bietet das Buch Familien, Schulen und Bibliotheken die Möglichkeit, sich mit der Bündner Bergwelt und der rätoromanischen Sprache auseinanderzusetzen.
Marta und Ramun zeigen auf kindgerechte Weise, dass es sich lohnen kann, die vertraute Umgebung zu verlassen, ohne dabei die eigenen Wurzeln zu vergessen. Und dass manchmal eine einzige Begegnung genügt, damit aus einer Reise ins Unbekannte der Anfang einer wunderbaren Freundschaft wird.
Weitere Informationen und Bestellungen
www.martaundramun.ch info@martaundramun.ch Erhältlich auch über den Buchhandel ISBN 978-3-9525887-9-6




