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«Schreiben. Dranbleiben. Nicht aufgeben.»

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

«Das Leben der Stellvertreter» heisst das neue Buch des Exilchurers Hans Jürg Zinsli, das vor wenigen Tagen bei lectorbooks erschienen ist. Worum es darin geht, wie viel Realität in die Geschichte des Journalisten eingeflossen ist und vieles mehr lesen Sie im folgenden Interview.

Ihr neues Buch heisst «Das Leben der Stellvertreter». Worum geht es darin? Um alles. Etwas konkreter: um die Schweiz, seziert unter dem Brennglas nach dem Millennium. Was passiert mit dem Privatleben von Individuen angesichts der Globalisierung? Wie können sie glücklich werden?

Wie beängstigend aktuell ist die Kapitalismusgeschichte? Sehr. Ein Beispiel: Das weltweite Hedgefonds-Vermögen betrug im Jahr 2000 rund 263 Milliarden Dollar. Sieben Jahre später war es fast zehnmal so viel. Wenn das nicht Heuschrecken-Kapitalismus ist, was dann?

Warum fiel die Wahl genau auf dieses Thema? Zufall. Ich lasse mich gerne von Orten, Personen und Stimmungen leiten, die ich beschreiben will – auch wenn es manchmal länger dauert.

Wie viele Einflüsse stammen aus dem echten Leben, und wie viel ist frei erfunden? Sagen wir so: Als Journalist habe ich in den letzten Jahren einiges erlebt. Als Buchautor wollte ich jedoch ein anderes Sujet wählen. Und was läge beim Thema Kaufen und Verkaufen näher als ein Einkaufszentrum?

Sie sind in Zürich zuhause, haben aber Bündner Wurzeln. Wie wichtig ist Ihnen Graubünden als Inspirationsquelle? Sehr wichtig. Die Grundkonstellation des Romans ist dem Avers-Tal nachempfunden («ein Tal zwischen zwei Schluchten»). Besonders gelungen finde ich zudem meinen rätoromanischen Bösewicht (im Roman werden alle vier Landessprachen gesprochen). Zum Glück durfte ich dabei auf die Übersetzungshilfe von Gion Mathias Cavelty zählen.

Welchen Schreibtipp haben Sie für Menschen, die ebenfalls eine Geschichte in sich tragen?Schreiben. Dranbleiben. Nicht aufgeben. In meinem Fall hat es – aus unterschiedlichen Gründen – 15 Jahre gedauert, bis es so weit war.

Text/Foto: Christian Imhof / zVg



 
 
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