Licht und Schatten bei «Graubünden schreibt»
- 14. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

Freud und Leid liegen manchmal nahe beieinander. Während wir am Freitagabend im Buchhaus Lüthy in Chur die Vorstellung des zweiten Bandes von «Graubünden schreibt» feiern durften und dies am kommenden Sonntag in Conters wiederholen möchten, mussten wir an diesem Wochenende auch Abschied nehmen von unserem Lektor, Setzer und Freund Wolfgang Frey. Sein Qualitätsbewusstsein und seine visuelle Handschrift haben massgeblich zum Erfolg aller Qultur-Bücher beigetragen. Er wird uns sehr fehlen.
Der Freitagabend im Buchhaus Lüthy in Chur stand ganz im Zeichen der Bündner Literatur. Rund 50 Interessierte liessen sich von den elf Schreibenden begeistern, die aus ihren eigenen Büchern lasen. Es war ein Abend voller gegenseitiger Wertschätzung, Austausch und persönlicher Begegnungen.
Ab 19.30 Uhr waren folgende im Buch porträtierten Autorinnen und Autoren in kurzen Lesungen zu erleben: Linard Candreia, Melina Bergamin, Marco Frigg, Rebekka John, Gion Mathias Cavelty, Gianna Olinda Cadonau, Stephanie Gredig, Domenica Flütsch, Margrit Ladner-Frei, Laura Schütz und Reto Mathis.
Für alle, die an diesem Abend nicht dabei sein konnten, hat Beni Garrido die Veranstaltung mit der Kamera festgehalten. Die ganze Buchvorstellung findet ihr hier:
Danke für alles, Wolfgang Frey
An diesem Abend leider nicht mehr anwesend war Wolfgang Frey. Was viele nicht wissen: Wie Beni Garrido mit seinen Videos und Hitsch Rogantini mit seinen Fotografien hatte auch er einen wesentlichen Anteil am Gelingen von «Graubünden schreibt». Er hat beide Bände redigiert, gesetzt und zudem die Kommunikation mit den Druckereien übernommen.
Über die vergangenen zehn Jahre war er ein wichtiger Unterstützer. Ich weiss nicht, ob der Qultur-Verlag heute dort stehen würde, wo er steht, wenn es ihn nicht gegeben hätte. Auch wenn wir in den Interviews bereits angekündigt haben, dass es wohl bald einen dritten Band geben wird, ist nach diesem schmerzlichen Verlust vieles unsicher. Mein Team und ich brauchen wohl noch etwas Zeit, um wieder Tritt zu fassen.
Buchvorstellung in Conters
Auch wenn der Schock tief sitzt, erscheint es uns nicht richtig, nun alle Veranstaltungen abzusagen. Das wäre kaum im Sinne unseres Weggefährten Wolfgang Frey.

Deshalb hier die Informationen zur Buchvorstellung in Conters:
Bündner Grosslesung im Kultur.Haus
Am kommenden Sonntag, 19. April, lesen ab 15.00 Uhr gleich sieben Bündner Autorinnen und Autoren im Kultur.Haus Conters. Alle Mitwirkenden wurden bereits im Rahmen der Literaturinitiative «Graubünden schreibt» porträtiert und tragen aus ihren eigenen Werken vor.
So viel Literatur auf einmal gibt es im Prättigau nur selten. Anlass der Lesung ist die Veröffentlichung des zweiten Bandes der Reihe «Graubünden schreibt». Zur Feier dieses Erscheinens verwandelt sich das Kultur.Haus Conters in ein Zentrum der Bündner Literatur.
Walsergeschichten und Bündner Perlen
Auf dem Programm stehen an diesem Sonntagnachmittag mehrere Schreibende mit engem Bezug zum Walsertum. So lesen die beiden Mundartautorinnen Margrith Ladner-Frei und Marietta Kobald-Walli aus ihren Werken. Auch Christoph Luzi wird gemeinsam mit Domenica Flütsch das Buch «Bündner Schätze» vorstellen.
Nachdenklich wird es, wenn die Schriftstellerin Margrit Cantieni Casutt aus ihrem Werk «Eine Schachtel voll Lügen» liest. Das Buch behandelt ein düsteres Kapitel der Schweizer Sozialgeschichte, darunter willkürliche Entmündigungen und fragwürdige Einweisungen in institutionelle Einrichtungen.
Für Abwechslung sorgt zudem der Krimiautor Jörg Rutz aus Jenins. Ergänzt wird das Programm durch Linard Candreia, der die Mehrsprachigkeit der Bündner Literatur repräsentiert. Im Anschluss wird ein Apéro offeriert. Der Eintritt ist frei. Text/Fotos: Christian Imhof



